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Der E-Bass an sich ist ein sehr junges Instrument, gerade mal 70 Jahre hat er auf dem Buckel und hat sich in dieser Zeit sehr schnell entwickelt, verändert und einen sehr hohen Stellenwert innerhalb der Musik erhalten.

Aber welche Geschichte steckt dahinter? Genau das möchte Ich euch nun erzählen.

Der erste uns heutige bekannte Vorläufer des Basses war die so genannte Violina de Gamba, zu deutsch die Gambe. Charakteristisch bei dem Instrument waren die flach abfallenden Schultern, ein flacher Boden und 6 in Quarten gestimmte Saiten. Das Instrument wurde, ähnlich wie ein Cello, im Sitzen gespielt und zwischen den Knien gehalten, und anders als man denkt besaß es aus Darmsaiten gesponnene Bünde. Um 1600, zu der Zeit von Johann Sebastian Bach, gab es also ein Instrument welches die Rolle des Bass vertrat.

Im Lauf des nachfolgenden Jahrhundert wurden in Italien die ersten Kontrabässe hergestellt, welche vorläufig erst einmal 3 Saiten besaßen. Auch diese 3 Saiten waren in Quarten gestimmt und man hatte sich von den Bünden verabschiedet. Einer der ersten Virtuosen des Basses war Domenico Dragonetti, der das Spiel mit dem deutschen Bogen revolutionierte. Im laufe der nächsten 100 Jahre wurden auch Bässe mit 4 Saiten gebaut, es dauerte dann aber noch knapp 130 Jahre bis sich die Standard Stimmung E1-A1-D-G durchsetzen konnte, und der Kontrabass so wie man ihn aus den 1920er Jahren kennt sich in der populären Musik etabliert hatte.

Mit der Entstehung von Jazz, Swing, Bebop und großen Bigbands entstand ein viel aggressiverer Spielstil, der so genannte Plucking-Stil (Zupf-Stil), auf dem Kontrabass. Da es immer schwerer wurde sich gegenüber den lauten Bläsersätzen, dem Schlagzeug und der damals erfundenen E-Gitarre, mit dem Kontrabass durch zu setzen, begann man mit der elektrischen Verstärkung des akustischen Signals herum zu experimentieren, aber keine Idee konnte sich wirklich durchsetzen. Dennoch bekam der Bass mit dem 2-Two Beat, der eine Tuba imitieren sollte, und dem 4-to-the Floor (Walking Bass) eine tragende Rolle im Jazz, als auch in der Countryszene, in der sich noch eine aggressivere Spielart entwickelte, der so genannte Slap-Style. Der Vorläufer der uns heutigen bekannten Slapping Technik auf dem E-Bass. Es dauerte dennoch 30 Jahre bis zur Entwicklung des ersten E-Bass.

1951 war es dann soweit, Leo Fender stellte den Fender Precision Bass vor, ein E-Bass der sich auf dem Markt durchsetzen konnte. Im Vergleich zu dem Kontrabass eine revolutionäre Entwicklung, denn dieser besaß keinen Klangkörper sondern einen Solid-Body aus Massiv Holz, er war leichter zu transportieren, lauter und hatte Bundstäbchen. Durch die Bundstäbchen war die Intonation präziser und daraus folgt auch sein Name. In einem Interview beschreibt Leo Fender die Entwicklung E-Bass so: „We needed to free the Bassplayer from his big Dog-House, the acoustic Bass.“ („Wir mussten den Bassspieler aus seiner großen Hundehütte rauslassen, dem Kontrabass.“) In Folge dessen folgten weitere Variationen des Ursprungs Modell, wie der Höffner 5001 („Beatles Bass“, bekannt geworden durch Paul McCartney), der Fretless (bekannt durch Jaco Pastorius) und noch viele mehr.

Wie bei allen technischen Erneuerungen war es auch hier so, dass die Kontrabassisten dem E-Bass sehr argwöhnisch gegenüber standen und überhaupt nicht damit einverstanden waren ein elektrisches Instrument zu spielen. Es galt aber den E-Bass in der populär Musik zu etablieren, dies gelang mit Hilfe des Vibranophonisten Lionel Hampten und dem „King of Rock“ Elvis Presley, der bei seinem 1957 veröffentlichten Song (You’re So Square) den Bass sogar selber einspielte. Damit war der Grundstein gelegt und der E-Bass feierte seinen Einzug in die populäre Musik.

Durch Bands wie The Beatles, The Rolling Stones erhielt er Einzug in die Rockmusik. Underground Bassisten wie James Jamerson spielten für Marvin Gaye, Stevie Wonder und James Brown, so war der E-Bass im Motwon und Funk anzutreffen. Innerhalb der letzten 60 Jahre spielte der E-Bass eine so entscheidende und tragende Rolle bei vielen uns heutigen bekannten Songs, die man nur an Hand der Bassriffs erkennt.

Wer sich das Alles an Hand des Textes nicht bildlich vorstellen kann, in diesem Video könnt ihr euch die Geschichte des Basses und die Rolle die er innerhalb der letzten 70 Jahre gespielt hat anhören und auch anschauen.